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<title>Ruder</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Ruder</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Das <b>Ruder</b> (in der Luftfahrzeugtechnik auch <b>Steuerfläche</b> genannt<sup id="cite_ref-RossowWolfHorst2014_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-RossowWolfHorst2014-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) ist die Einrichtung eines Schiffes oder Flugzeuges, die zur Richtungsänderung dient, indem es <a href="Drehmoment" title="Drehmoment">Drehmomente</a> aus dem umströmenden Medium erzeugt. Dies gilt für <a href="Schiff" title="Schiff">Schiffe</a> (bei diesen ist der Begriff <b>Steuerruder</b> ebenfalls üblich) mit dem umströmenden Medium <a href="Wasser" title="Wasser">Wasser</a> und für <a href="Flugzeug" title="Flugzeug">Flugzeuge</a> oder <a href="Luftschiff" title="Luftschiff">Luftschiffe</a> mit dem Medium <a href="Luft" title="Luft">Luft</a>.
</p><p>Ein Ruder kann nur dann eine Steuerwirkung entfalten, wenn es durch Fortbewegung des Fahrzeugs von dem tragenden Medium (meist Luft oder Wasser) umströmt wird. Die Steuerwirkung ist umso ausgeprägter, je mehr das Ruder quer zur Fahrtrichtung angestellt wird, je größer seine wirksame Fläche ist und je schneller sich das Fahrzeug innerhalb des Trägermediums (Luft oder Wasser) bewegt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Begriff">Begriff</h2></div>
<p>Allgemeinsprachlich wird der Ausdruck „Ruder“ auch für die Fortbewegungsruder (<a href="Riemen_(Schifffahrt)" title="Riemen (Schifffahrt)">Riemen</a> oder <a href="Skull" title="Skull">Skulls</a>) eines <a href="Ruderboot" title="Ruderboot">Ruderbootes</a> verwendet. Fachsprachlich ist mit einem Ruder dagegen stets ein Steuerruder gemeint. Das Bedienen eines Riemens oder Skulls zur Fortbewegung eines Schwimmkörpers heißt allerdings auch in der Fachsprache korrekt „rudern“. Die Bedienung eines Steuerruders heißt dagegen „Steuern“ oder „Rudergehen“.
</p>
<p>Der etwas verwirrende Sprachgebrauch rührt daher, dass die begriffliche Unterscheidung zwischen Ruder und Riemen relativ jung ist. Ursprünglich war das Steuerruder, auf <a href="Latein" title="Latein">Latein</a> auch <i>gubernaculum</i> („Leiteinrichtung“) oder <i>clavus</i> („Nagel“) genannt, einfach ein besonders großer, am Heck oder auch an anderer Stelle der Schiffswand befestigter Riemen und die übrigen, der Fortbewegung dienenden Riemen (lat. <i>remus</i>), die im Prinzip dieselbe Form wie das zum Steuern verwendete Ruder besaßen, wurden davon sprachlich nicht unterschieden. Deshalb lässt sich „Ruder“ im allgemeinen Sprachgebrauch bis heute unproblematisch als Sammelbezeichnung für Steuerruder und Fortbewegungsruder (Riemen) auffassen.
</p><p><a href="Steuermann" title="Steuermann">Steuermann</a> ist eine immer noch gebräuchliche ältere Bezeichnung für den <a href="Nautik" title="Nautik">nautischen</a> <a href="Wachoffizier" title="Wachoffizier">Wachoffizier</a> eines Schiffes. Der <a href="Ruderg%C3%A4nger" title="Rudergänger">Rudergänger</a> dagegen steuert das Schiff tatsächlich, in der Regel nach den Vorgaben des zuständigen nautischen Offiziers (z. B. Einträge in Seekarten oder <a href="Kommandos_in_der_Schifffahrt#Allgemeine_Ruder-_und_Maschinenkommandos" title="Kommandos in der Schifffahrt">Ruderkommandos</a>). Der Rudergänger ist also stets die Person, die zu einem gegebenen Zeitpunkt am Ruder ist, ungeachtet der Frage, ob sie den Rang oder die Funktion eines Steuermannes innehat. In der Freizeitschifffahrt bezeichnet „Steuermann“ hingegen den Rudergänger. Weder in der Berufsschifffahrt noch in der Freizeitschifffahrt ist der Rudergänger notwendigerweise auch der Schiffsführer bzw. Kapitän.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Die Schiffe in der <a href="Antike" title="Antike">Antike</a> hatten zumeist zwei Ruder, die <a href="Achtern" title="Achtern">achtern</a> an jeder Seite angebracht waren, die späteren <a href="Wikingerlangschiff" class="mw-redirect" title="Wikingerlangschiff">Wikingerlangschiffe</a> ein seitliches Ruder. Die <a href="Hansekogge" class="mw-redirect" title="Hansekogge">Hansekoggen</a> im <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a> hatten dagegen ein Heckruder. Der erste Beleg aus dieser Zeit ist eine Wandzeichnung aus dem 13. Jahrhundert in der Kirche von Fide (Gotland).<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Pinne dieses dort deutlich größeren Ruders wurde mit dem als zusätzlicher <a href="Hebel_(Physik)" title="Hebel (Physik)">Hebel</a> dienenden <a href="Kolderstock" class="mw-redirect" title="Kolderstock">Kolderstock</a> bewegt.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Seitenruder ist heute noch beim <a href="Torfkahn_(Steinhude)" title="Torfkahn (Steinhude)">Steinhuder Torfkahn</a> bekannt.
</p><p>Ein zentrales <a href="Heck" title="Heck">Heckruder</a> fand sich bereits bei den Flussschiffen der <a href="Altes_%C3%84gypten" title="Altes Ägypten">Ägypter</a> und <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">Römer</a>. Die Entwicklung verlief wohl von China über den arabischen Raum bis nach Nordeuropa, wo es seit dem frühen 12. Jahrhundert nachgewiesen ist.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ruderanlagen"><span id="Ruderanlage"></span> Ruderanlagen</h2></div>
<p>Bei den Ruderanlagen heutiger moderner Seeschiffe wird der gewünschte <a href="Kurs_(Navigation)" title="Kurs (Navigation)">Kompasskurs</a> am <a href="Steuerstand" title="Steuerstand">Steuerstand</a> auf der <a href="Kommandobr%C3%BCcke" title="Kommandobrücke">Kommandobrücke</a> in die <a href="Autopilot#Autopiloten_in_der_Schifffahrt" title="Autopilot">Selbststeueranlage</a> eingegeben, welche das Ruder bedient. Der Kurs des Schiffes wird jetzt permanent mit der <a href="Kompass" title="Kompass">Kompasslage</a> verglichen und das Ruderblatt entsprechend nachgestellt. Dieser Vorgang geschieht kontinuierlich, sodass die Ruderanlage eines der höchst beanspruchten Geräte auf einem Schiff ist. Das traditionelle große Steuerrad wird nur noch zum <a href="Man%C3%B6vrieren" title="Manövrieren">Manövrieren</a> gebraucht, falls es nicht ebenfalls durch einen Joystick ersetzt worden ist. Ein <a href="Ruderlagenanzeiger" title="Ruderlagenanzeiger">Ruderlagenanzeiger</a> auf der Kommandobrücke des Schiffes zeigt immer die Lage des Ruderblattes an.
</p><p>Es gibt verschiedene Arten von Ruderantrieben: Den so genannten <a href="Ruderquadrant" title="Ruderquadrant">Ruderquadranten</a>, wobei der Rudertrieb mechanisch über ein <a href="Schneckengetriebe" title="Schneckengetriebe">Schneckengetriebe</a> erfolgt, sowie <a href="Rudermaschine_(Schiffbau)" title="Rudermaschine (Schiffbau)">hydraulische Rudermaschinen</a>. Letztere arbeiten entweder mit offenliegenden <a href="Hydraulik" title="Hydraulik">Hydraulikstempeln</a> oder als sogenannte Drehflügel-Anlagen. Bei Ausfall der Bordelektrik kann jede Ruderanlage mit einer Noteinstellung oder einer Noteinspeisung gefahren werden.
</p>
<ul class="gallery mw-gallery-packed">
<li class="gallerybox" style="width: 162px">
<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Steuerrad in einem Steuerstand</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 190.66666666667px">
<div class="thumb" style="width: 188.66666666667px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Das Steuerrad überträgt die Ruderbefehle mittels eines Seils oder einer Kette auf den Ruderquadranten, der das Ruder bewegt.</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 182px">
<div class="thumb" style="width: 180px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Ruderquadrant</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 194px">
<div class="thumb" style="width: 192px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Fahrtenyacht mit Doppelrad-Steueranlage (und, gut sichtbar, Doppelruder)</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 130px">
<div class="thumb" style="width: 128px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Steuerrad eines Segelschiffs. Gut erkennbar ist die Marke, mit der die Neutrallage des Ruders identifiziert werden kann</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 162px">
<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Eine von zwei hydraulischen Rudermaschinen der <a href="Nordic_(Schiff%2C_2011)" title="Nordic (Schiff, 2011)">Nordic</a></div>
</li>
</ul>
<p>Bei Booten der Freizeitschifffahrt oder kleinen Fischerbooten wird das Ruder auch heute noch unmittelbar mit einer <a href="Pinne_(Schiffbau)" title="Pinne (Schiffbau)">Pinne</a> bewegt. Der Rudergänger nimmt hierbei die Kräfte am Ruder direkter wahr. Die Mechanik einer reinen Pinnensteuerung ist bedeutend einfacher und nimmt weniger Platz in Anspruch als die Steuerung per Steuerrad. Die Drehbewegung am Steuerrad (<i>ship’s wheel</i>) wird über Seile oder Ketten und Umlenkrollen auf den Ruderquadranten (Pinne) übertragen. An der Achse des Ruderquadranten (dem Ruderschaft) ist direkt das Ruderblatt befestigt. Die Steuerseile sind so geführt, dass eine Drehung des Rades nach links (gegen den Uhrzeigersinn) zu einer Kursänderung des Bootes nach Backbord führt. Mit einer Radsteuerung ausgestattete Boote führen eine Notpinne mit, die direkt auf den Ruderschaft gesteckt werden kann, für den Fall, dass die Mechanik versagt, etwa wegen Bruches der Steuerseile.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auf größeren Segelbooten sind Doppelradanlagen verbreitet, wobei beide Räder mechanisch gekoppelt sind. Dadurch, dass sich beide Räder synchron bewegen, kann der Rudergänger immer in Luv steuern. Im Gegensatz zu Motorbooten, deren Steuerräder denen von Autos ähneln und überwiegend hydraulisch unterstützt werden<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, sind die Räder von Segelyachten den historischen Segelschiffsrädern mit ihren großen Durchmessern noch sehr ähnlich, denn <a href="Servomotor" title="Servomotor">Servomotoren</a> zur Unterstützung der Kräfte sind wegen des Strombedarfs nicht üblich. Auch Autopiloten sind nicht standardmäßig vorhanden. <a href="Fahrtensegeln" title="Fahrtensegeln">Fahrtensegler</a> verwenden häufig mechanische <a href="Windfahnensteuerung" class="mw-redirect" title="Windfahnensteuerung">Windfahnensteuerungen</a>, weil diese ohne elektrische Energie auskommen.
</p><p>Das Steuerrad eines Segelschiffs ist nicht mit einer Rückstellfeder versehen, die das Ruder automatisch wieder in die Mittellage bewegt, wenn das Rad losgelassen wird. Das Steuerruder wird zum Ausgleich der konstruktionsbedingten <a href="Luvgierigkeit" class="mw-redirect" title="Luvgierigkeit">Luvgierigkeit</a> des Bootes benötigt und ist daher nicht notwendigerweise mittig ausgerichtet, wenn das Boot geradeaus fährt. Abhängig von der Form des Ruders und der Balancierung (Position des Drehpunktes in Relation zur Länge des Ruderblatts) wird das Ruder beim Loslassen des Rades oder der Pinne recht schnell in einen Anschlag gehen und das Boot damit eine unkontrollierte Kurve fahren. Die Räder sind hingegen häufig mit einer Feststellschraube versehen, die bei einer einmal eingestellten, sauberen <a href="Trimmung" title="Trimmung">Trimmung</a> des Bootes das Ruder in seiner Lage hält und das Schiff auch ohne Autopilot auf Kurs halten kann – vorausgesetzt der Wind ist konstant und die See relativ flach.
</p><p>Da dem Steuerrad von sich aus die Ruderlage nicht angesehen werden kann, wird zur einfacheren Orientierung die Mittelstellung meist farblich markiert oder das Schiff ist mit einem <a href="Ruderlagenanzeiger" title="Ruderlagenanzeiger">Ruderlagenanzeiger</a> versehen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bauformen_von_Rudern_und_ihren_Teilen">Bauformen von Rudern und ihren Teilen</h2></div>
<p>Die Tabelle zeigt einige der gebräuchlichen Formen für Schiffsruder.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<table class="wikitable">
<tbody><tr>
<td></td>
<td>Heckruder europäischer <a href="Segelschiff" title="Segelschiff">Segelschiffe</a> im <a href="Zeitalter_der_Entdeckungen" title="Zeitalter der Entdeckungen">Zeitalter der Entdeckungen</a> (sogenanntes Scharnierruder). 1: Ruder; 2: Oberes Ruderscharnier; 3: Unteres Ruderscharnier; 4: Achtersteven; 5: Planken
</td></tr>
<tr>
<td></td>
<td>Festes Ruder am Kiel eines Dampfschiffes
</td></tr>
<tr>
<td></td>
<td>Skegruder. Der Skeg (Ruderleitflosse) dient als Befestigungspunkt.
</td></tr>
<tr>
<td></td>
<td>Balanceruder an einem Motorschiff. Etwa 1/4 der Ruderfläche liegt vor der Achse. Ein Balanceruder bewegt sich normalerweise nicht selbstständig, auch wenn das Steuer losgelassen wird. Das Ruder wird für optimale Manövriereigenschaften direkt von der Schraube angeströmt.
</td></tr>
<tr>
<td>
</td>
<td><i>Halbschwebe-Ruder</i>: die obere Vorkante des Ruders ist als <i>Ruderhacke</i> (<a href="Skeg" title="Skeg">Skeg</a>) starr mit dem Rumpf verbunden, stützt das Ruder mit einem Lager und dreht sich nicht mit. Vorteil: das Ruder ist in seiner Mitte zusätzlich gelagert. Biegemomente aus Querbelastung des Ruderblatts (Auftriebskräfte) müssen nicht vom Ruderstevenrohr aufgenommen werden. Nachteil: bei gelegtem Ruder ist die Konfiguration sehr zerklüftet, was zu <a href="Kavitation" title="Kavitation">Kavitation</a>sproblemen führen kann. Außerdem treten in den hohlen Ecken des Ruderblatts eventuell Betriebsfestigkeitsprobleme (Ermüdungsrisse bis hin zum Verlust des halben Ruderblatts) auf.
</td></tr>
<tr>
<td>
</td>
<td><i><a href="Becker_Marine_Systems" title="Becker Marine Systems">Becker</a>-Ruder</i>, auch <i>Becker-Klappenruder</i>: Das Ruder hat am Hinterende eine Flosse, die beim Legen des Ruders die Umlenkung verstärkt.
</td></tr>
<tr>
<td></td>
<td>Kombiniertes Seitenruder und <a href="Tiefenruder" title="Tiefenruder">Tiefenruder</a> eines <a href="U-Boot" title="U-Boot">U-Bootes</a>, die Achse des anströmenden Propellers ist auf den Kreuzpunkt der beiden jeweils paarigen Ruderblätter ausgerichtet.
</td></tr>
<tr>
<td></td>
<td>Festes Ruder am Heck (konventionelle Form)
</td></tr>
<tr>
<td></td>
<td>Senkruder einer Jolle. Dieses ist am Heck angehängt und kann bei Bedarf aufgeholt werden, um beispielsweise auf den Strand zu fahren, ohne das Ruder zu beschädigen. 1: Pinne; 2: Pinnenausleger; 3: Ruderschaft; 4: Aufhohlleine; 5: Ruderblatt; 6: Absenkleine
</td></tr>
<tr>
<td></td>
<td>Doppelsteueranlage einer Rennsegelyacht. Durch die Verwendung zweier schrägliegender Ruderblätter wird die Anströmung bei <a href="Kr%C3%A4ngung" title="Krängung">Krängung</a> auf dem jeweils unteren Blatt optimiert. Das obere kommt aus dem Wasser
</td></tr>
<tr>
<td></td>
<td>Freistehendes, vorbalanciertes Spatenruder einer modernen Fahrten-Segelyacht. Das Ruder einer Segelyacht ist vergleichsweise tief und großflächig, denn die direkte Anströmung durch den Propeller fehlt. Auch bei Krängung muss das Ruder im Wasser bleiben und darf nicht in die Verwirbelungen des Rumpfes geraten, um einen Strömungsabriss und damit einen unerwünschten <a href="Sonnenschuss" title="Sonnenschuss">Sonnenschuss</a> zu vermeiden.
</td></tr></tbody></table>
<p>Sonderbauformen:
</p>
<ul><li><i><a href="Aktivruder" title="Aktivruder">Aktivruder</a></i>: Ein Ruder mit integriertem (kleinen) Propeller, der das Schwenken des Schiffes bei niedriger Geschwindigkeit unterstützt</li>
<li><i>Costa-Birne</i> (<i>Spatenruder</i>): Eine horizontale tropfenförmige Verdickung des Ruders im Propellerstrahl.</li>
<li><i>Schilling-Ruder</i>: Das Ruder hat kein herkömmliches tropfenförmiges Profil, sondern eine abgeschnittene Hinterseite mit zwei scharfen Abrisskanten.</li>
<li><i>Spatenruder</i>: Das gesamte Ruder ist als trapezförmige Flosse drehbar und nur im Innern des Rumpfes gelagert.</li>
<li><i>Balanceruder</i>: Der Drehpunkt des Ruders befindet sich nicht an der Vorderkante des Ruders, sondern etwas dahinter. Dadurch vermindert sich der Kraftaufwand beim Ruderlegen, denn ein Teil der Strömung wirkt in Richtung der Ruderlage.</li>
<li><i>Twisted Spade Rudder</i>: Obere und untere Hälfte der Vorkante sind gegeneinander verdreht, um sich dem Drall im Propellerstrahl anzupassen. Absicht sind geringere Energieverluste bei Geradeausfahrt, nicht eine bessere Ruderwirkung.</li>
<li><i>Kopfruder</i>: Das Ruderblatt befindet sich im <a href="Bug_(Schiffbau)" title="Bug (Schiffbau)">Bug</a>, beispielsweise beim <a href="Leichter_(Schiffstyp)" title="Leichter (Schiffstyp)">Schubleichter</a>.</li>
<li><i>X-Ruder</i>: Es besteht aus vier diagonal angeordneten Ruderblättern am Heck eines <a href="U-Boot" title="U-Boot">U-Bootes</a></li></ul>
<p>Als <i><a href="Querstrahlruder" class="mw-redirect" title="Querstrahlruder">Querstrahlruder</a></i> (im Wortsinn eigentlich kein Ruder) bezeichnet man eine dem besseren Manövrieren dienende Einrichtung zum seitlichen Bewegen des vorderen oder hinteren Schiffsendes.
</p><p>Siehe auch:
</p>
<ul><li><a href="Kortd%C3%BCse" title="Kortdüse">Kortdüse</a></li>
<li><a href="Schottel-Propeller" class="mw-redirect" title="Schottel-Propeller">Schottel-Propeller</a></li>
<li><a href="Voith-Schneider-Antrieb" title="Voith-Schneider-Antrieb">Voith-Schneider-Antrieb</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Luft-_und_Raumfahrt">Luft- und Raumfahrt</h2></div>
<p>Auch bei <a href="Flugzeug" title="Flugzeug">Flugzeugen</a> spricht man bei den Leiteinrichtungen der <a href="Flugsteuerung" class="mw-redirect" title="Flugsteuerung">Flugsteuerung</a> von <i>Rudern</i> bzw. allgemeiner von <i>Steuerflächen</i>.<sup id="cite_ref-RossowWolfHorst2014_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-RossowWolfHorst2014-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die beweglichen Ruder bilden zusammen mit den starren Flossen das <a href="Leitwerk" title="Leitwerk">Leitwerk</a> zur Flugsteuerung des Flugzeugs:
</p><ul><li>das <a href="H%C3%B6henruder" title="Höhenruder">Höhenruder</a> zur Lagesteuerung um die Querachse,</li>
<li>das <a href="Seitenruder" title="Seitenruder">Seitenruder</a> zur Lagesteuerung um die (vertikale) Hochachse,</li>
<li>das <a href="Querruder" title="Querruder">Querruder</a> an der Hinterkante der Tragflächenenden zur Lagesteuerung um die Längsachse.</li></ul>
<p>Innerhalb der Erdatmosphäre kann bei Raketen das gleiche Ruder-Prinzip wie bei Flugzeugen zur Anwendung kommen, zusätzlich können Leitflächen im Abgasstrahl durch Umlenkung des Abgasstrahls entsprechende seitliche Lenkkräfte ausüben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Olaf Höckmann: <i>Antike Seefahrt.</i> C.H. Beck, München 2001. ISBN 3-406-30463-X</li>
<li>Lawrence V. Mott: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://nautarch.tamu.edu/pdf-files/Mott-MA1991.pdf"><i>The Development of the Rudder, A.D. 100-1600. A Technological Tale.</i></a> (PDF; 25,2 MB) Thesis. Texas A&M University, May 1991.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://universal_lexikon.deacademic.com/17818/Ruder">Ruder</a>, technische Details einschließlich Arbeitsweise eines Jenckel-Ruders. Auf universallexikon.deacademic.com</li>
<li>Zeitschrift <i>Schiffs-Modell</i> Nr. 9/2012; enthält unter anderem ein Kapitel zum Jenckel-Ruder; Neckar-Verlag</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Rudders?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Ruder</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Ruder" class="extiw external" title="wikt:Ruder">Wiktionary: Ruder</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.archaeologie-krefeld.de/news/SchiffeMittelalter/schiff3karolinger.htm">Ein frühmittelalterliches Streichruder</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-RossowWolfHorst2014-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-RossowWolfHorst2014_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-RossowWolfHorst2014_1-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">
<cite style="font-style:italic">Flugsteuerung</cite>. In: Cord-Christian Rossow, Klaus Wolf, Peter Horst (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">Handbuch der Luftfahrzeugtechnik</cite>. Carl Hanser Verlag, München 2014, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>747</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.google.de/books/edition/Handbuch_der_Luftfahrzeugtechnik/xauQAgAAQBAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Steuerfl%C3%A4che+sind+Ruder&pg=PA747&printsec=frontcover">google.de/books</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Ruder&rft.atitle=Flugsteuerung&rft.btitle=Handbuch+der+Luftfahrzeugtechnik&rft.date=2014&rft.genre=book&rft.pages=747&rft.place=M%C3%BCnchen&rft.pub=Carl+Hanser+Verlag" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Wolfram zu Mondfeld: <i>Wikingfahrt. 1. Kulturreiseführer Dänemark, Norwegen, Norddeutschland.</i> Bastei-Lübbe, 1988, ISBN 3-404-60212-9, S. 86.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Heinrich Winter: <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Bj%C3%B6rn_Landstr%C3%B6m" title="Björn Landström">Björn Landström</a>, <i>Zeilschepen</i>, Elsevier, Amsterdam/Brussel 1970, Seite 77</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Joachim Schult: <i>Segler-Lexikon.</i> Delius Klasing, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-7688-1041-8, Stichworte <i>Ruderquadrant</i> und <i>Ruderschaft</i></span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Helge_Jan%C3%9Fen" title="Helge Janßen">Helge Janßen</a>: <cite style="font-style:italic">Genug gesegelt? Fahr´ Motorboot!</cite> BOD, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>63<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>f</span>. (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=_cERCgAAQBAJ&pg=PA63&q=Ruderanlage#v=onepage">eingeschränkte Vorschau</a> in der Google-Buchsuche).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Ruder&rft.au=Helge+Jan%C3%9Fen&rft.btitle=Genug+gesegelt%3F+Fahr%C2%B4+Motorboot%21&rft.genre=book&rft.pages=63+f.&rft.pub=BOD" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Bezeichnungen nach <i>Seemannschaft. Handbuch für den Yachtsport.</i> 28. Auflage, Delius Klasing, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-7688-0523-0, S. 39.</span>
</li>
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